6.2.19

Protokoll vom 6.2.19, Grüne 60plus

Anwesend: Parvin Schröder, Britta Tjarks, Kalle Büchner, Petra Osinski, Gabriele Heise, Alfred Blohm, Christa Möller, Monika Luhmann, Gerd Schneidereit, Marcus

Abgesagt hatten: Martin Dittrich, Antje Williams, Chrissie Jones, Annette Riechert, Eckhard Heumeyer, Jörg Rossbach, Thomas

Gäste:

Altonavi (Jenny Fabig, Bereichsleitung Engagementförderung/AWO Landesverband Hamburg e.V., Christina Laufert, Stellvertretung der Geschäftsführung im Stadtteilkulturzentrum Haus Drei und Nilüfer Yenigün, Beratung Altonavi)

Fraktion Bürgerschaft: Christiane Blömeke

TOP1: Altonavi berichtet(50 Minuten)

Altonavi wurde 2013 eröffnet, als Servicestelle, jede*r bekommt eine Beratung, man muss sich nicht anmelden, kann einfach hereinkommen. Das Besondere: Altonavi ist Infozentrum und Freiwilligen Agentur, das eine Verweisberatung durchführt. Es erfolgt in der Regel also keine inhaltliche Beratung, sondern man wird an die Stelle verwiesen, die weiterhelfen kann.

Selbsthilfe, Ehrenamt, Nachbarschaft und professionelle Unterstützung vernetzen sich dabei.

Es gibt 3 feste Stellen (mit 35 bzw. 30 Wochenstunden und einer halben Stelle, eine Stelle ist projektbefristet) und 3 Träger insgesamt: Alsterdorf Assistenz West, Arbeiterwohlfahrt (AWO) und das Stadtteilzentrum HausDrei. Einzelne Trägerinteressen werden zurückgestellt.

Angemietet wurde ein Ladenlokal in guter Lage, in der Nähe des Altonaer Bahnhofs, schräg gegenüber von Ikea.

Beraten werden alle, egal wie jung oder alt. Der Zulauf für Beratungen Ü60 nimmt zu, die Zielgruppe wird größer. Man kooperiert z.B. mit „Freunde alter Menschen“, es gibt Ü60 Trainingsangebote im Park. Auch mit der „Aktion Augen auf“ der Stiftung AWO (vertreten bisher in Mümmelmannsberg, Eimsbüttel, Stellingen/Lokstedt, Steilshoop/Barmbek-Nord)arbeitet Altonavi  zusammen. „Augen auf“ schaut,wo sind Senioren, die vereinsamen und organisiert Besuchs- und Begleitdienste.

Meist kommt Laufkundschaft ins Ladenlokal, wird es komplizierter, wird ein extra Termin im 1. Stock vereinbart. Eine AWO – Angestellte hat türkische Wurzeln und spricht türkisch, was auf sehr großes Interesse stößt. Besonders wichtig für türkische Muttersprachler*innen Ü60, die z.T. mit ihrer ungeöffneten Post kommen, wenn sie nicht weiter wissen.

Finanziert wird Altonavi mit einem Mix verschiedener Institutionen, u.a. durch die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie, Integration (Basfi), das Bezirksamt Altona, die Fernsehlotterie, eine ungenannte Stiftung…

Bei der Eröffnung von Altonavi haben so manche gestöhnt: „Nicht schon wieder ein neues Projekt!“ Das sagt heute niemand mehr, alle wissen, wieviel die Vernetzung der Netzwerke bringt.

Schade: Im Altonavi-Flyer werden Ältere gar nicht erwähnt.

Jenny Fabig schickt Zahlen fürs Protokoll.

TOP 2: Age-friendly City und Pflegeveranstaltungmit Christiane Blömeke

  1. Pflegeveranstaltung

Christiane wird bei unserer Pflegeveranstaltung über Best-Practice-Beispiele in Hamburg reden.

Ob „Wohnen für Hilfe“ noch ein Thema in der Bürgerschaft ist, klärt Christiane. Es war offenbar sehr schwierig, einen Träger zu finden. Aber aktuell, so Rene Gögge in einer Mail an Christa, gibt es wieder einen neuen Anlauf. Christiane redet mit Rene Gögge.

Idee aus der Runde: Man könnte Einliegerwohnungen fördern. Gerade in Gebieten mit vielen Einzelhäusern.

 

  1. Age-friendly City

Morgen, 7.2.,  ist Jour Fix mit Senatorin Prüfer-Storcks mit SPD und Grünen.  Das Konzept Age-friendly City kannte bisher keiner in der Bürgerschaft. Im JF soll entschieden werden, ob man sich damit befasst.

Christiane schickt uns das Fact Sheet des Demografie Konzepts, ist  für alle Generationen gedacht.

Aktuell kümmert sich Christiane um LeNa (Lebendige Nachbarschaften).

Es wird aktuell in allen 7 Bezirken in bestehende Quartiere investiert. Für Wandsbek ist das Tonndorf. 1,2 Mio werden dafür insgesamt ausgegeben und Konzepte gemacht, die dann in den Stadtteilen umgesetzt werden.

Petra findet das Demografie Konzept größtenteils zu vage und an anderen Stellen zu konkret. Es fehlt eine Defizitorientierung, was können wir wo besser machen?

Petra hat konkrete Anmerkungen, die sie Christiane schicken wird.

 

TOP 3: Alfred stellt das Demografie Konzept vor

Alfred erklärt, dass Ziele und Trends beschrieben werden.

Trend 1 ist die Tatsache, dass es immer mehr Menschen über 65 Jahre gibt,

Trend 2  der Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung.

Marcus meint, dass ohnehin 60% aller derzeitigen Arbeitsplätze durch Digitalisierung verschwinden werden.

Christa ist der Begriff Überalterung zu negativ besetzt und meint, wir sollten ihn nicht verwenden. Alle meinten: Lieber von Alterung oder vom demografischen Wandel reden.

Wanderungsgewinne verlangsamen den Prozess.

Demografische Untersuchungen sagen allerdings voraus, so Christa, dass Einwanderung den Trend nicht aufhalten wird, HH wird trotzdem älter.

(Christa lädt zum 1.4. nach Wandsbek in den Bürgersaal ein, wo es eine Diskussionsveranstaltung u.a. mit Barbara Wackernagel-Jacobs zu neuen Altersbildern gibt.)

Weitere Trends sind die Internationalisierung und eine erhöhte Verkehrsmobilität. Es werden auch mehr Radler*innen unterwegs sein.

Die Stadt soll für jüngere Menschen attraktiver werden. Es sollen bessere Lebensbedingungen für Familien hergestellt werden. Und mehr für Azubis und Studierende getan werden.

Es gibt eine Fachkräfte-Strategie, um gut ausgebildete Handwerker und Ingenieure zu halten

Es wird nicht erfasst, welche Menschen Deutschland verlassen und warum und mit welcher Qualifikation.

Menschen sollen lange und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

Ältere Menschen sollen mehr Partizipation und Teilhabe haben.

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen soll gefördert und soziale Netzwerke und Nachbarschaften bei der Stadt- und Quartiersentwicklung gestärkt werden. Erwünscht ist die Ambulantisierung der Pflege.

Der Öffentliche Dienst muss umgebaut werden, damit er die Herausforderungen meistern kann. Öffentliche Mittel sollen umgeschichtet werden.

Ziel 13: Die Erörterung des Demografiekonzepts soll mit gesellschaftlichen Partnern nicht top down, sondern bottom up, also von unten her, weiterentwickelt werden.

Ziel 14 ist das Monitoring, die fortlaufende Dokumentation von Wanderungsgewinnen aus und in andere Metropolregionen.

Auch Gabriele war das nicht konkret genug, sie hätte sich Konkreteres in Sachen Verkehr für Ältere gewünscht. Was ist mit Stolperfallen. Was kann man tun?

Christa erzählt von ihren Gesprächen mit Wegewarten in Wandsbek, die meterhohe Antragsstapel im Schrank haben. Es werden keine Firmen gefunden, die die Probleme abarbeiten.

TOP 4: Berichte und Verschiedenes

Christa erzählt vom Neuentreff, das extrem gut besucht war. Täglich kommt aktuell ein neues Mitglied dazu. Sie ist mit einem Vertreter der Grünen Jugend, Philipp von Tisch zu Tisch gegangen, um über Grüne 60plus und Grüne Jugend zu informieren. Einem Neumitglied fiel auf, dass die Grünen Alten auf dem Organigramm fehlten. Wir überlegen, was wir tun.

Tatsache ist, dass es einen hohen und wachsenden Anteil Älterer in der Partei gibt.

Christa berichtet vom Treffen der Bundesgrünen Alten in Kassel, Infos siehe https://www.gruenealte.de/vorstandstreffen-in-kassel/

Außerdem wollen die Grünen Alten die neuen Bundesländer bei den 2019er Wahlen unterstützen. In Brandenburg, Thüringen und in Sachsen.

Gabriele berichtet von ihrem Opa in Thüringen, der Widerstandskämpfer gegen die Nazis war und kurzzeitig von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt wurde. Sie will eine Veranstaltung über ihn und seinen Widerstand in seiner Heimatstadt machen.

Gabriele fährt Montag bis Mittwoch nach Rudolstadt in Thüringen, um dort Leute zu treffen.

Christa wird Antonia Schwarz, Sprecherin der Bundesgrünen Alten mit Gabriele vernetzen.

Christa, 7.2.19