13.000 Stellen mehr in der Pflege – reicht das?

In der Elbvertiefung, dem online Newsletter von zeit.de. habe ich einen guten Artikel zur Pflege gefunden:

 

„Pflege-Milliardenpaket: Durchbruch oder Papiertiger?

Ist die Lösung für den Personalnotstand in der Pflege gefunden? Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Milliardenpaket beschlossen: 13.000 Stellen mehr sollen in der stationären Altenpflege geschaffen werden, finanziert durch die gesetzliche Krankenkasse. Dazu kommt eine vorgesehene Mindestzahl an Pflegestellen in Krankenhäusern, zudem sollen die Leistungen der Pflegenden verbessert, das Gehalt erhöht werden. Kosten: eine Milliarde Euro jährlich. Nicht genug, meint das Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus. »Durch das Gesetz wird sehr schlechte Pflege zur schlechten Pflege gemacht. Das ist eine Verbesserung von Note Fünf auf Note Vier. Aber eben keine gute Pflege«, sagt Christoph Kranich vom Bündnis, das am Mittwoch noch einmal für eine Verbesserung auf Landesebene demonstrierte und eine Verpflichtung der Hamburger Krankenhäuser forderte, den Personalschlüssel aufzustocken. Rückendeckung bekommt die Volksinitiative von 136 Hamburger Ärzten, die in einem offenen Brief an Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks appelliert, mit dem Bündnis in Verhandlungen zu treten. »Eine Änderung des Hamburgischen Krankenhausgesetzes, bei der eine Personalbemessung als Qualitätsstandard festgelegt wird, würde dazu führen, dass Hamburg eine Vorreiterrolle gegen den Pflegenotstand einnehmen würde«, heißt es in dem Schreiben. Indes sieht die Gesundheitsbehörde eine Hamburger Insellösung nicht als richtigen Weg. Roland Ahrendt, Sprecher der Behörde: »Die Gesetzgebung liegt beim Bund. Da können wir nicht reinpfuschen.«  Die Politik habe geliefert. Das Gesetz trage zur Verbesserung der Rahmenbedingungen bei. 13.000 neue Stellen bundesweit klängen nach einer Menge, entsprächen aber in etwa nur einer zusätzlichen Stelle pro Pflegeheim, meint hingegen Burkhardt Zieger vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe – »das ist ein Tropfen auf den heißen Stein«. Eine weitere große Schwierigkeit sieht er beim Besetzen der Stellen, es fehle an Fachpersonal. »Kurzfristig geht das nicht und mittelfristig nur mit erheblicher Kraftanstrengung. Und ob bezüglich Attraktivitätssteigerung des Berufs genügend gemacht wurde, sei mal dahingestellt.« Handelt es sich am Ende beim neuen Gesetz nur um einen milliardenteuren, aber zahnlosen Papiertiger?“

Quelle: Elbvertiefung vom 3.8.18

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